Ganz in Weiß…
Wie man Flecken, Verfärbungen und Grauschleier wieder los wird.
Seit einigen Jahren sind sie mehr als en vogue: zahnaufhellende Produkte, die die Zähne wieder weiß wie die Milchzähne machen sollen. Doch das Investment lohnt sich nur bei nicht allzu heftigen Verfärbungen. Bei allen anderen gilt: Der Zahnarzt kann´s schon richten.
In Monty Pythons Mittelalterkomödie ‚Jabberwocky’ wird von einem Unglücklichen berichtet, dessen
Zähne beim Anblick eines Monsters vor Schreck „schlohweiß“ geworden sein sollen. Und in Japan verlangte das Schönheitsideal des 17. Jahrhunderts von vornehmen Damen, sich die Schneidezähne zu schwärzen. Für unsere Generation eine Horrorvorstellung. Setzen wir doch auf Zahträume à la Julia Roberts. Aber wie hellt man die Zähne am besten auf? Die Zahnbürste in Kombination mit zahnaufhellenden Pasten allein genügt hier nicht. Die Lösung: Bleaching beim Zahnarzt unseres Vertrauens.
In der Regel kann man mit folgenden Verfahren gute Erfolge erzielen
Bleaching
Home Bleaching
Bei diesem Verfahren fertigt der Zahnarzt eine spezielle, individuell angepasste Zahnschiene für den Patienten an. Die Kunststoffschiene, die überwiegend nachts getragen wird, wird mit Bleichmittel auf Carbamidperoxid oder Wasserstoffperoxidbasis befüllt. Über Nacht kann das schwach dosierte Bleaching-Gel einwirken und die Zähne aufhellen. Der so erzielbare Farbton – zwei, drei Farbnuancen heller – hält ungefähr zwei Jahre, dann kann die Behandlung wiederholt werden.
Power Bleaching / In-Office-Bleaching
Höher konzentrierte Lösungen müssen – da sie als Medizinprodukte gelten – in der Zahnarztpraxis vom Experten aufgetragen werden. Beim Power Bleaching wird keine Schiene benutzt. Stattdessen trägt der Zahnarzt hochkonzentriertes Peroxid direkt auf die Zähne auf. Diese werden dann noch mit einem Laser bestrahlt. Ist vorher noch nie eine Zahnaufhellung vorgenommen worden, schlägt die Behandlung erst nach einigen Wiederholungen an. Die Behandlung dauert dreimal 20 Minuten und kostet etwa 600 Euro.
Walking-Bleaching
Dieses Verfahren kommt nur für einzelne, abgestorbene Zähne in Frage, die sich zum Beispiel durch eine Wurzelbehandlung dunkel verfärbt haben. Dabei wird die Zahnkrone aufgebohrt, das Bleichmittel direkt in den Zahn gegeben. Nach ca. 3 Tagen wird die provisorische Abdeckung geöffnet und der Zahn endgültig versorgt.
Do-It-Yourself
In den letzten Jahren sind verschiedene frei verkäufliche Sets zur Do-It-Yourself Zahnaufhellung auf den Markt gekommen. Um gute Ergebnisse erzielen und nicht nur die Beläge aufhellen zu können, sollte man vorab eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen. Aber Corsicht: Diese Art der Zahnaufhellung ist nicht für jeden geeignet. Fragen Sie Ihren Zahnarzt, ob für Sie diese Methode in Frage kommt.
Wer sollte auf das Bleichen verzichten?
Wenn Sie immer wieder mal unter stark entzündetem Zahnfleisch leiden, empfindliche Zahnhälse haben oder Ihr Zahnschmelz angegriffen ist, sollten Sie keine Zahnaufhellung vornehmen lassen. Das Peroxid greift Zahnschmelz und Zahnfleisch an und erhöht zumindest zeitweise die Schmerzempfindlichkeit der Zähne. Und falls Ihre Zähne überkront sind, ist Bleaching vergebliche Liebesmühe. Der Effekt zeigt sich nämlich nur bei natürlichen Zähnen.
Zusammenfassend kann man feststellen: Bleaching lohnt sich nur, wenn die Zähne ansonsten regelmäßig gut gepflegt werden und gut gewachsen sind. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht, da es sich um rein kosmetische Maßnahme handelt. Auch bleiben die Zähne nicht auf Dauer heller. Wer viel raucht, Kaffee und Tee trinkt, muss die Behandlung meist schon vor Ablauf von zwei Jahren wiederholen. Aber auch die Zähne von Nichtrauchern und Koffein-Abstinenzlern dunkeln im Laufe der Zeit wieder nach.





