Zähne – die Feineinstellung der Wirbelsäule

Ganzheitliche Zahnmedizin und Osteopathie ergeben ein neues Behandlungskonzept bei Rückenschmerzen

Schon der Ausspruch „Die Zähne zusammenbeißen“ als Synonym für das Meistern einer ungewohnten und schwierigen Situation zeigt, dass es hier um wesentlich mehr geht als „nur“ um Zähne, weiß Dr. Christel Pfeifer, Zahnärztin in Köln-Marienburg. „Vielmehr geht es um eine Anspannung des gesamten Körpers, auch wenn uns dies nicht immer bewusst wird.“ Manche Menschen leiden – ohne dass ein psychischer Druck vorliegt – aufgrund einer Fehlstatik des Kiefers oder der Zähne ständig unter einer solchen Anspannung. „Über Jahre hinweg kann dies dann nicht nur zu Kopf- oder Muskelschmerzen führen, sondern auch zu Schmerzen und Fehlhaltungen in anderen Teilen der Wirbelsäule, die man als Laie kaum mit den Zähnen in Verbindung bringen würde“, erklärt Frau Dr. Pfeifer.

Untersuchungen zeigen tatsächlich, dass Menschen, bei denen der Unterkiefer stark zurückliegt, häufig unter einer verstärkten Hals- und Lendenwirbelkrümmung leiden. Frau Dr. Pfeifer: „Der Körper versucht so, die Fehlstellung des Kiefers auszugleichen und eine gleichmäßige Verteilung der in die Wirbelsäule eingeleiteten Kräfte vorzunehmen. Auf Dauer resultieren daraus jedoch starke Probleme in den betroffenen Regionen, die ohne eine ursächliche Behandlung kaum behebbar sind.“

 

Bionator

Deshalb beschäftigt sich die Kölner Zahnärztin Dr. Christel Pfeifer in der Zusammenarbeit mit Osteopathen und Physiotherapeuten seit einiger Zeit fachübergreifend mit Diagnose und Behandlung von Dysbalancen an der Wirbelsäule, die entweder von einer Fehlstellung des Kiefers ausgelöst werden oder aber eine solche hervorrufen Frau Dr. Pfeifer und ihre Kollegen haben
daher ein interdisziplinäres Behandlungskonzept entwickelt, dessen Grundlage die in der ganzheitlichen Zahnmedizin erfolgreich angewandte Bionator-Therapie in Verbindung mit der osteopathischen Therapie ist.

Der Bionator hilft, die ursprüngliche Statik wiederherzustellen. Zwischen Zähnen
und Organismus besteht ein direkter Zusammenhang, denn die Zähne steuern die Feineinstellung der Wirbelsäule. Hier ergibt sich eine sehr wichtige Aufgabe für den Zahnarzt, da niemand sonst das Kauorgan therapieren kann und darf. Mit dem Bionator kann man behutsam versuchen, diese Fehlstellung zu beseitigen. Harte Klammern sind hier oftmals weniger geeignet, denn sie vermindern die ohnehin eingeschränkte Beweglichkeit des Kieferknochens noch weiter.


Direkter Zusammenhang zwischen Zähnen und Organismus

Der individuell angepasste Bionator arbeitet auf eine ganz andere Art und Weise: Durch die Umleitung des Speichels wird der Kiefer auf eine sanfte Art und Weise angeregt, dessen „Flussbett“ zu verändern.

So lassen sich eine ganze Reihe von Fehlstellungen und Dysbalancen beheben,
ohne dass dafür die Zähne in ein eigenes Korsett gezwängt werden müssen,
welches seinerseits wieder Ursache für Verspannungen und daraus resultierende muskuläre und knöcherne Dysbalancen sein könnte. Gerade im Erwachsenenalter bewirkt der Bionator durch die Bewegungs- und Berührungsstimulation ein Entschlacken der Gewebe, ein Lockern und eine Entlastung der Kiefergelenke und eine nachhaltige Verbesserung der Kopf- und Körperhaltung. 

Chronische Krankheiten im Verdauungstrakt, Altemwegserkrankungen, Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates, Störungen im geistig-emotionalen und Nervenbereich u. v . a. m. können gelindert oder teilweise beseitigt werden.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Durchblutung im Zahnbereich leidet – anders als
bei „festen“ Klammern – nicht, so dass kariöse Prozesse nicht durch eine spezielle und aufwendige Zahnhygiene bekämpft werden müssen.

Effekte der Bionator-Therapie

Beschwerden verschwinden oft vollständig

Um die Wirksamkeit des Bionators zu optimieren, hat sich in der Praxis eine vorherige intensive osteopathische Therapie bewährt. Unsere Wirbelsäule ist ja ein kompliziertes Gebilde aus verschiedensten vertikalen und horizontalen Ebenen: Zu den horizontalen Ebenen zählen neben der Kieferebene auch die Zwerchfell- und die Beckenachse. Sie sind bei einer Kieferfehlstellung besonders betroffen: Die Hebelwirkung führt mitunter sogar dazu, dass die Beschwerden beispielsweise im Becken viel deutlicher spürbar werden als im Kiefer selbst.
Mit der cranio-sacralen Osteopathie können diese Läsionen gelöst werden, so wird die Bionator-Therapie wirkungsvoll unterstützt. Dies geschieht mit einer komplexen manuellen Technik, die von kaum wahrnehmbaren Berührungen bis hin zu kräftigen Griffen reicht, mit denen an Schädelknochen, Membranen, Faszien und am Bindegewebe gearbeitet wird.

 

Wirbelsäule

„So lassen körperliche Beschwerden und Symptome neuromuskulärer Läsionen an Intensität und Häufigkeit nach oder verschwindensogar vollständig“, resümiert Frau Dr. Pfeifer.

Folgende Störfelder können zu Problemen im Kiefer und Skelettsystem führen, die somit den Körper aus dem Gleichgewicht bringen:

• falscher Biss
• zu hohe Kronen und Brücken
• Kieferregulierungen mit festsitzenden Klammern
• schlecht sitzende Prothesen
• Kiefergelenksbeschwerden
• Skoliose
• Beckenschiefstand
• Zustand nach Unfällen und Operationen
• seelisch mentale Spannungen

Die Störungen erkennt man beispielsweise an Symptomen wie Migräne, Neuralgien,Trigeminus-Schmerzen, Spannungen an der Wirbelsäule oder an der Halswirbelsäule, Tinnitus, Schwindel oder Verspannungen im Schulter-Nackenbereich.
Auch wenn der Kiefer aus der Achse geraten ist, kann das zu Spannungen an der Wirbelsäule führen.

von Arne Wondracek


Mit freundlicher Unterstützung unseres Kooperationspartners ORTHOpress.

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